Anwendungsfälle
KI in der Schule: Eine Linie fürs Kollegium
Unterrichtsvorbereitung ohne Schülerdaten, KI als Unterrichtsgegenstand, eine Regel für alle Lehrkräfte und ein Elternbrief. Was ein Fortbildungstag bringt.
Veröffentlicht am 9. Juni 2026
Auf einen Blick
- Eine Linie heißt: Alle Lehrkräfte geben dieselbe Antwort darauf, was mit KI erlaubt ist, in der Vorbereitung wie im Klassenraum.
- Arbeitsblätter differenzieren, Aufgaben variieren, Elternbriefe entwerfen: das geht ohne Schülerdaten.
- Namen, Noten, Gutachten und Förderpläne gehören in kein allgemeines KI-Werkzeug. Was das Land freigibt, gilt.
- Erarbeitet an einem Fortbildungstag mit dem gesamten Kollegium, mit Nachweis für jede Lehrkraft.
Kurz gesagt: Eine Linie fürs Kollegium heißt: Alle Lehrkräfte wissen, wofür sie KI in der Vorbereitung nutzen dürfen, was Schülerinnen und Schüler im Unterricht damit machen sollen, und was in kein allgemeines KI-Werkzeug gehört, nämlich Schülerdaten, Noten und Gutachten. Das steht auf einer Seite, gilt im Deutschunterricht wie in der Mathearbeit, und die Eltern kennen es aus einem Brief. Erarbeitet wird das an einem Fortbildungstag mit dem gesamten Kollegium, nicht in vierzig Einzelentscheidungen.
Warum die Linie wichtiger ist als das Werkzeug
Die Schülerinnen und Schüler nutzen KI längst. Ein typisches Bild: Die Hausaufgabe kommt offensichtlich aus ChatGPT. Die eine Lehrkraft gibt eine Sechs, die nächste redet mit der Klasse darüber, die dritte hat es nicht gemerkt. Im Lehrerzimmer reicht die Haltung von Verbot bis Begeisterung. Vom Land gibt es Handreichungen, aber keine Übersetzung in den Dienstag, dritte Stunde.
Was fehlt, ist keine Software. Es ist eine Verabredung, die alle kennen und vor Eltern und Klassen vertreten können.
Was Lehrkräfte in der Vorbereitung abgeben können
Arbeitsblätter in drei Niveaustufen differenzieren. Aufgaben variieren, damit nicht jede Klasse dieselbe Klausur bekommt. Beispieltexte in einer bestimmten Textsorte erzeugen, an denen die Klasse üben kann. Elternbriefe, Konzepttexte und Protokolle für die Verwaltung als Entwurf.
Ein Arbeitsauftrag könnte so aussehen: „Hier ist ein Sachtext über den Wasserkreislauf für Klasse 6. Mach daraus drei Fassungen: eine vereinfachte mit kurzen Sätzen, die Originalfassung mit Worterklärungen, eine anspruchsvollere mit zwei Transferfragen. Keine Namen, keine Klassenangabe.“
Das Werkzeug liefert Entwürfe. Die pädagogische Entscheidung, welche Fassung zu welchem Kind passt, bleibt bei der Lehrkraft. Nur sie kennt die Kinder.
KI als Unterrichtsgegenstand
Das zweite Feld ist der Unterricht selbst. Weder „KI verbieten“ noch „KI machen lassen“, sondern die Schülerinnen und Schüler zu Prüfern machen: eine KI-Antwort auf Fehler abklopfen, nach Quellen suchen, die es nicht gibt, einen erzeugten Sachtext gegen das Schulbuch halten. Das übt, was sie später brauchen, und es funktioniert in jedem Fach.
Die Regel legt fest, in welchen Phasen KI erlaubt ist, etwa beim Ideensammeln und Überarbeiten, und in welchen nicht, etwa bei Klassenarbeiten und benoteter Eigenleistung. Wenn das an der ganzen Schule gleich ist, muss es keine Lehrkraft allein verteidigen.
Was nie ins Werkzeug darf
Schülerdaten. Namen, Noten, Zeugnistexte, Förderpläne, Gutachten, Inhalte aus Elterngesprächen. Auch nicht „ohne Nachnamen“ oder „nur die 7b“. Ein Kind mit Förderbedarf, Klasse und Stadtteil ist zuzuordnen. Für Schulen gilt zusätzlich, was das Land freigibt: Wenn es ein zugelassenes Landeswerkzeug gibt, ist das der Weg für alles mit Schülerbezug. Allgemeine Dienste in der kostenlosen Version haben in der Regel weder Trainingsausschluss noch Auftragsverarbeitungsvertrag.
Das ist unsere praktische Einschätzung, keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheit entscheidet dein Anwalt oder Datenschutzbeauftragter. Für Schulen heißt das: der Datenschutzbeauftragte der Schulaufsicht und die Vorgaben des Landes. Was allgemein für Daten in KI-Werkzeugen gilt, steht in DSGVO und KI.
Wo das nicht gilt
Wenn das Land ein Werkzeug und eine Handreichung vorgibt, gilt das, nicht unser Rat. Wir übersetzen die Vorgabe in den Alltag, wir ersetzen sie nicht.
KI ersetzt keine pädagogische Entscheidung. Ob ein Kind eine zweite Chance bekommt, wie eine Klasse auf einen Konflikt reagiert, was in ein Zeugnis gehört: Dazu hat das Werkzeug nichts zu sagen, und die Regel schreibt das hin.
Und ein Fortbildungstag hilft nicht, wenn danach niemand die Regel pflegt. Eine Person im Kollegium muss zuständig sein, sonst ist die Linie nach einem Schuljahr wieder weg.
Wir selbst arbeiten seit Jahren täglich mit denselben Werkzeugen und nach einer eigenen Regel: keine Kundendaten in fremde Systeme, Trainingsausschluss und Vertrag, alles wird gelesen. Die Regel für ein Kollegium bauen wir nach demselben Muster, mit Schülerdaten als roter Linie.
Fazit
Eine Linie fürs Kollegium ist eine Seite, ein Elternbrief und ein Tag, an dem alle daran gearbeitet haben. Vormittags Grundlagen und Regel im Plenum, nachmittags Übungen in Fachgruppen, für jede Lehrkraft eine Bestätigung. Wie so ein Tag aussieht, steht auf KI für Schulen. Wie du eine Regel auf eine Seite bekommst, in KI-Regel für den Betrieb, und wie du Skeptiker im Kollegium mitnimmst, in KI im Team einführen.