Zum Inhalt springen

KI-Begriffe, in Alltagssprache.

Damit du im Gespräch mit Anbietern, Datenschutzbeauftragten und deinem Team mitreden kannst, ohne vorher ein Informatikstudium nachzuholen.

KI (Künstliche Intelligenz)
Sammelbegriff für Programme, die Aufgaben lösen, für die man bisher menschliches Denken brauchte: Texte schreiben, Bilder erkennen, Muster finden. Im Betrieb geht es meist um Sprachmodelle, die Texte verstehen und erzeugen.
Sprachmodell (LLM)
Das Programm hinter ChatGPT, Copilot oder Claude. Es hat aus riesigen Textmengen gelernt, wie Sprache funktioniert, und erzeugt daraus plausible Antworten. Plausibel heißt nicht immer richtig.
Prompt
Die Eingabe an ein KI-Werkzeug: Frage, Anweisung, Beispiel. Ein guter Prompt sagt, was rauskommen soll, für wen und in welchem Ton. Wir nennen das lieber Arbeitsauftrag.
Halluzination
Wenn ein Sprachmodell etwas Falsches überzeugend behauptet: eine Fundstelle, die es nicht gibt, ein Gesetz mit falschem Inhalt. Deshalb gilt: Prüfen, bevor es rausgeht.
Trainingsausschluss
Einstellung oder Vertragsklausel, dass der Anbieter deine Eingaben nicht zum Weitertrainieren seines Modells nutzt. In Geschäftstarifen Standard, in kostenlosen Versionen oft nicht.
Auftragsverarbeitung (AVV)
Der Vertrag nach Artikel 28 DSGVO, den du mit einem Anbieter brauchst, sobald er personenbezogene Daten für dich verarbeitet. Ohne AVV keine Kundendaten ins Werkzeug.
KI-Verordnung (AI Act)
Das europäische Gesetz zu KI, stufenweise in Kraft. Für kleine Betriebe wichtig: die KI-Kompetenzpflicht seit Februar 2025 und die Transparenzpflichten seit August 2026.
KI-Kompetenzpflicht (Art. 4)
Wer KI im Betrieb einsetzt, muss dafür sorgen, dass die Mitarbeitenden ausreichend darüber wissen, passend zu ihrer Rolle. Eine Schulung mit Nachweis ist der übliche Weg.
Transparenzpflicht (Art. 50)
Seit August 2026: Realistisch wirkende KI-Bilder, -Videos und -Audios müssen als KI-erzeugt erkennbar sein, und Menschen müssen wissen, wenn sie mit einer KI statt einem Menschen sprechen.
Berufsgeheimnis (§ 203 StGB)
Die Schweigepflicht von Ärztinnen, Anwälten, Steuerberatern und anderen. Sie begrenzt, welche Dienstleister und Werkzeuge mit Patienten- oder Mandantendaten arbeiten dürfen.
Personenbezogene Daten
Alles, was sich einer Person zuordnen lässt: Name, Mail, Adresse, Foto, Kundennummer. Die DSGVO regelt den Umgang, auch im KI-Werkzeug.
Besondere Kategorien
Gesundheitsdaten, religiöse oder politische Angaben, Herkunft und Ähnliches. Besonders geschützt, in allgemeine KI-Dienste gehören sie nicht.
Lokales Modell
Ein Sprachmodell, das auf einem Rechner im Betrieb läuft statt in der Cloud eines Anbieters. Die Daten verlassen das Haus nicht. Braucht Hardware und etwas Pflege.
Copilot
Microsofts KI-Assistent in Word, Outlook, Teams und Windows. Für viele Betriebe der einfachste Einstieg, weil er in den Programmen steckt, die schon da sind. Die Datenschutzeinstellungen des Tarifs sind entscheidend.
ChatGPT
Der Chat-Dienst von OpenAI. In der kostenlosen Version ohne Trainingsausschluss und ohne Vertrag. Für den Betrieb kommt nur ein Geschäftstarif in Frage.
Claude
Der Chat-Dienst von Anthropic, vergleichbar mit ChatGPT, mit Geschäftstarifen und Trainingsausschluss. Wir nutzen ihn im eigenen Betrieb für Entwürfe, nie mit Kundendaten.
KI-Regel
Unsere Bezeichnung für die Leitlinie im Betrieb: eine Seite, die sagt, welche Werkzeuge erlaubt sind, welche Daten rein dürfen, wer prüft und wer kennzeichnet. Ergebnis jeder Einführung.
Anwendungsfall
Eine konkrete, wiederkehrende Aufgabe, bei der KI Arbeit abnimmt: Angebotstexte, Mailantworten, Protokolle. Wir suchen zwei, drei davon, nicht zwanzig.
Vorlage
Ein vorbereiteter Arbeitsauftrag für eine wiederkehrende Aufgabe, mit Ton, Struktur und Beispiel. Damit wird aus Ausprobieren ein Handgriff.
Killefitz
Rheinisch für Kleinkram, Schnickschnack, unnötiges Zeug. Bei KI: alles, was beeindruckt und nichts bringt.

Ein Begriff fehlt?

Frag einfach. Wir erklären ihn verständlich und ergänzen ihn hier.