Werkzeuge
ChatGPT, Copilot oder Claude: Welches Werkzeug für welchen Betrieb?
Die drei Werkzeuge unterscheiden sich weniger im Text als im Umfeld: Wer Microsoft 365 hat, fängt mit Copilot an. Sonst entscheidet der Geschäftstarif.
Veröffentlicht am 18. November 2025
Auf einen Blick
- Alle drei schreiben brauchbare Mails, Angebote und Zusammenfassungen. Die Textqualität entscheidet selten.
- Copilot ist der kürzeste Weg, wenn Microsoft 365 im Betrieb schon läuft und der Tarif passt.
- ChatGPT und Claude sind gleichwertige Allzweckwerkzeuge, im Betrieb nur im Geschäftstarif mit Vertrag.
- Bei Patienten-, Mandanten- oder Schülerdaten ist keines der drei die Antwort. Dann geht es um europäische oder lokale Lösungen.
Kurz gesagt: Für die meisten kleinen Betriebe ist die Frage weniger wichtig, als sie klingt. Alle drei Werkzeuge schreiben brauchbare Mails, Angebote und Zusammenfassungen. Der Unterschied liegt im Umfeld: Wer ohnehin mit Microsoft 365 arbeitet, fängt mit Copilot an, weil er in Word und Outlook schon drinsteckt. Wer frei wählen kann, nimmt ChatGPT oder Claude im Geschäftstarif und entscheidet nach Bedienung und Vertrag. Wichtiger als der Anbieter ist, dass der Tarif einen Trainingsausschluss und einen Auftragsverarbeitungsvertrag hat. Und dass im Betrieb klar ist, welche Daten reindürfen.
Was die drei gemeinsam haben
ChatGPT von OpenAI, Copilot von Microsoft und Claude von Anthropic sind Sprachmodelle mit einer Chat-Oberfläche. Du schreibst einen Arbeitsauftrag, sie liefern Text. Alle drei können Mails formulieren, Texte kürzen, Protokolle aus Stichworten bauen und Dokumente zusammenfassen. Alle drei machen Fehler, die überzeugend klingen. Und alle drei gibt es in einer kostenlosen oder günstigen Privatversion und in Geschäftstarifen für etwa 20 bis 30 € je Nutzer im Monat.
Für den Alltag in einer Praxis, einer Schreinerei oder einer Kanzlei ist die Textqualität bei allen ausreichend. Wer nach dem „besten“ Modell sucht, sucht am falschen Ende. Die Rangfolge wechselt ohnehin alle paar Monate.
Copilot: wenn Microsoft 365 schon da ist
Copilot steckt in Word, Outlook, Teams und Excel. Das ist sein größter Vorteil: Niemand muss ein neues Programm öffnen, der Assistent ist dort, wo der Text ohnehin entsteht. Eine lange Mail zusammenfassen, einen Entwurf in Word umformulieren, eine Besprechung in Teams protokollieren, das geht ohne Kopieren und Einfügen.
Der Nachteil ist derselbe: Copilot lohnt sich nur, wenn Microsoft 365 im Betrieb wirklich läuft und der passende Tarif gebucht ist. Welche Datenschutzeinstellungen gelten, hängt vom Tarif und von der Einrichtung ab. Das prüfen wir bei jeder Einführung zuerst. Wer Microsoft ohnehin bezahlt, hat mit Copilot oft den kürzesten Weg.
ChatGPT: das bekannteste Werkzeug
ChatGPT ist das Werkzeug, das die meisten schon kennen und oft privat nutzen. Genau das ist sein Risiko im Betrieb: Mitarbeitende haben ein privates Konto ohne Trainingsausschluss und tippen dort Kundenanfragen ein. Wer ChatGPT im Betrieb will, braucht den Geschäftstarif mit Vertrag und verwaltete Konten, nicht zehn private.
Dann ist ChatGPT ein solides Allzweckwerkzeug für Texte, Recherche und Tabellen. Die Bedienung kennt fast jedes Team, die Schulung fällt kürzer aus.
Claude: gleichwertig, weniger bekannt
Claude von Anthropic ist weniger verbreitet, kann aber dasselbe. Nach unserer Erfahrung hält sich Claude bei längeren Texten und bei Vorgaben zum Ton gut an den Arbeitsauftrag. Für Betriebe, die viel mit längeren Dokumenten arbeiten, etwa Kanzleien oder Bildungsträger, ist das angenehm. Geschäftstarife mit Trainingsausschluss gibt es auch hier. Der Nachteil: Kaum jemand im Team kennt es, und es steckt nicht in Word oder Outlook.
Wo die Frage keine Rolle spielt
Bei sensiblen Daten ist die Auswahl zwischen den dreien nicht die entscheidende Frage. Patientendaten, Mandantendaten und Schülerdaten gehören in keines der drei allgemeinen Werkzeuge, solange Berufsgeheimnis und Rechtsgrundlage nicht geklärt sind, auch nicht im Geschäftstarif. Dann heißt die Frage nicht „ChatGPT oder Claude“, sondern „europäischer Anbieter, lokales Modell oder gar nichts“. Dazu mehr in Europäische KI-Anbieter, dort auch der Verweis auf lokal betriebene Modelle. Das ist unsere praktische Einschätzung, keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheit entscheidet dein Anwalt oder Datenschutzbeauftragter.
Und noch etwas lohnt sich nicht: alle drei nebeneinander. Ein Werkzeug, das alle kennen, eine Regel dazu, eine Vorlage je Aufgabe. Drei Werkzeuge bedeuten drei Verträge, drei Einstellungen zu prüfen und ein Team, das bei jeder Aufgabe erst wählen muss.
Was wir selbst machen
Wir nutzen Claude und ChatGPT im Geschäftstarif, beide für Entwürfe, nie mit Kundendaten. Das ist die Wahl für unseren Betrieb, nicht die Empfehlung für deinen. Bei dir stellen wir zuerst die Frage „Was ist schon da?“ und erst danach die Frage nach dem Anbieter. Wir verkaufen keine Lizenzen und bekommen von keinem Anbieter Provision. Wenn sich ein Werkzeug für deinen Betrieb nicht lohnt, steht das in der Empfehlung.
Fazit
Nimm das Werkzeug, das zu eurem Umfeld passt: Copilot bei Microsoft 365, sonst ChatGPT oder Claude im Geschäftstarif. Prüfe Trainingsausschluss und Vertrag, schreib eine Regel, welche Daten reindürfen, und bleib bei einem Werkzeug. Welche Wahl zu deinem Betrieb passt, klären wir in der KI-Orientierung. Ob die kostenlose Version für den Anfang reicht, steht in Kostenlose KI oder Geschäftstarif.